Im Interview: Der Chef des Garchinger Bürgerhauses und der Vorsitzende von Lichtblicke

 

Vorsitzender Lichtblicke Benjamin Straßer und Garchinger Kulturreferent Thomas Gotterbarm im Interview.

Für die Fans ist es nichts Neues, dass die Organisatoren der Lichtblicke Benefizkonzerte immer eine Überraschung parat haben. Aber damit hat der Garchinger Kulturreferent Thomas Gotterbarm wirklich nicht gerechnet: Trotz derzeitiger Umstände und  Verlegung in die Nachbarstadt sind die Konzerte am 23. und 24. Oktober nahezu ausverkauft.

Herr Gotterbarm, was haben Sie gedacht, als die Unterschleißheimer mit der Anfrage auf Sie zukamen, die Benefizkonzerte in Ihrem Bürgerhaus in Garching umzusetzen?

Zuerst: Was für ein Glück, dass genau das Wochenende bei uns noch frei war! Dann war ich erstaunt, dass es gleich vier Veranstaltungen an zwei Tagen sind. Ich dachte noch, das wird sicher nicht einfach, den Saal voll zu bekommen. Jetzt freue ich mich riesig auf die Konzerte!

Herr Straßer, erst kam Corona dann die Nachricht, dass das Unterschleißheimer Bürgerhaus mit den Renovierungen nicht rechtzeitig fertig wird. Keine leichte Zeit für Künstler und Organisatoren, wie Sie. Haben Sie darüber nachgedacht, alles abzusagen?

Ja, natürlich haben wir im Team das Für und Wider diskutiert. Doch schließlich haben wir uns gemeinsam mit unserem Partner Forum Unterschleißheim dazu entschieden, gerade in diesen Zeiten ein Zeichen für Kultur zu setzen. Viele sehnen sich nach Unterhaltung, einem entspannten Abend, Live-Musik. Mit Herrn Gotterbarm haben wir da einen ausgezeichneten Gastgeber in Garching gefunden. Er vereint unsere Vorstellung eines erfolgreichen Hygienekonzeptes mit der Umsetzung eines außergewöhnlichen Abends in gemütlichem Ambiente.

Herr Gotterbarm, weil wir gerade auf das Hygienekonzept zu sprechen kommen. Wo sind die Leute sicherer, im Supermarkt oder bei Ihnen im Bürgerhaus?

Ganz klar: im Bürgerhaus in Garching! Wir haben sowohl im Foyer als auch im Saal mehr als ausreichend Platz um – angefangen vom Einlass über das Programm bis hin zum Ausgang – den Gästen den Sicherheitsabstand untereinander zu ermöglichen. Da die Veranstaltung keine Pause vorsieht, kommt es auch nicht zu Warteschlangen bei den Toiletten oder beim Catering. Die Vierer-Tische stehen in so großem Abstand zueinander, dass es nicht mal möglich ist, den Gesprächen am Nachbartisch zu lauschen (grinst). Am Platz kann die Mund-Nasen-Bedeckung abgenommen werden, es ist also nicht nur sicherer, sondern auch viel angenehmer als im Supermarkt.

Ganz aktuell, am 17. September, hatten Sie Ihre erste Veranstaltung nach der langen Kulturpause. Wie geht es Ihnen danach?

Ich bin erleichtert. Im Nachhinein haben wir sehr viel positive Rückmeldung der Gäste erhalten. Das Hygienekonzept funktioniert bestens, die Leute fühlen sich sicher und sind es auch. Kultur ist wieder möglich, vor allem, weil Besucher kommen. Denn darauf kommt es jetzt an. Den Rest haben wir im Griff.

Herr Straßer, worauf freuen Sie sich am meisten?

Auf die selbstgemachte Limonade und den Topfenstrudel vom österreichischen Wirt, serviert von freundlichen Bedienungen! Ich habe mir bei der Premiere am 17. September selbst ein Bild von dem Gastronomiekonzept und den Hygieneregeln gemacht. Auf die Idee hätten die Bürgerhäuser eigentlich schon vor Corona kommen sollen. Es ist wunderbar, Kultur mit Getränken und Speisen in Club-Atmosphäre zu genießen.

In erster Linie freuen wir uns aber auf das Publikum! Unsere größte Sorge war natürlich, dass auf Grund der aktuellen Situation noch Vorbehalte bestehen, wieder ein Pop- und Rockkonzert zu besuchen. Umso schöner finden wir es, dass uns unsere treuen Fans auch in Krisenzeiten vertrauen und unterstützen. Es gibt nur noch wenige Tische für die Konzerte am 23. und 24. Oktober um 21 Uhr für je 20 Euro an den Verkaufsstellen der Bürgerhäuser in Garching und Unterschleißheim.

Vielen Dank für das Interview! Wer noch kein Ticket hat, sollte sich also beeilen.

Sophie Kompe